Das Testament

Grundsätzlich ist die Erbfolge durch den Gesetzgeber festgelegt, es besteht aber für jeden die Möglichkeit, selbst über den Verbleib des Nachlasses nach dem Tode zu entscheiden. Diese „Testierfreiheit“ bewirkt, dass jeder einzelne zu Lebzeiten durch eine einseitige Verfügung darüber entscheiden kann, wer Erbe wird. Man nennt solche einseitigen Verfügungen auch Testament, eine besondere Variante ist hier das Berliner Testament. Wichtig ist, dass bei der Testamentsgestaltung formale Aspekte besonders beachtet werden, damit der letzte Wille wirksam niedergelegt ist. 

Der Fachanwalt für Erbrecht und Notar Jan Thomas Ockershausen hat sich im Raum Göttingen aber auch weit über die Region Südniedersachsen hinaus bei der Testamentsgestaltung einen Namen gemacht. Er berät Sie erfahren und umsichtig bei der Gestaltung und Prüfung von Testamenten sowie sinnvollen begleitenden Verfügungen wie dem Vorsorgeauftrag.

Warum ein Testament 

Existiert beim Tod eines Menschen keine letztwillige Verfügung, die sein Erbe regelt, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Diese muss nicht immer den tatsächlichen Willen des Erblassers widerspiegeln. Sie kann zudem zu komplexen erbrechtlichen Konstrukten wie einer Erbengemeinschaft führen. Bei einer Erbengemeinschaft können mehrere Erben nur gemeinschaftlich über den Nachlass verfügen. Die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft im Rahmen eines formellen Verfahrens nimmt viel Zeit in Anspruch und verursacht hohe Kosten. Zudem haben ohne Testament Eheleute beim Tod des einen Ehegatten ebenfalls häufig mit Problemen zu tun. Der längerlebende Ehegatte ist oft gezwungen, Vermögenswerte wie Immobilien zu veräußern, um Pflichtteilsansprüche weiterer Beteiligter befriedigen zu können. Eine derartige Situation ist wirtschaftlich nicht sinnvoll um vom Erblasser nicht gewollt. Unverzichtbar sind Testamente auch dann, wenn zum Nachlass Grundstücke oder ein Unternehmen gehören. 

Der rechtliche Rahmen von Testamenten 

Der erbrechtliche Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches umfasst mehr als 400 Paragraphen und macht damit den größten Einzelabschnitt des BGB aus. Teilweise finden aber auch Vorschriften des Allgemeinen Teils auf Testamente Anwendung. Zum Beispiel kann ein Testament wegen Sittenwidrigkeit nichtig sein, es kann auch angefochten werden, etwa weil der Erblasser bei Errichtung des Testamentes von einem Pflichtteilsberechtigten nichts wusste und diesen daher nicht berücksichtigt hat. Außerdem kann ein Testament auch jederzeit widerruflich sein. Bei der Widerruflichkeit gelten allerdings für ein gemeinschaftliches Testament unter Eheleuten besondere Regelungen. Spezielle Fragen zum Testament klärt ein Rechtsanwalt oder Notar, wobei ein Fachanwalt für Erbrecht erster Ansprechpartner sein sollte. Dieser kann ein vorliegendes Testament auf inhaltliche und formale Wirksamkeit prüfen. Er kann zudem seinen Mandanten zu weiteren rechtlichen Schritten, wie beispielsweise eine Anfechtung raten und sie ggf. auch gegenüber Dritten vertreten. 

Inhaltliche und formale Anforderungen bei der Testamentsgestaltung

Inhaltlich hat der Erblasser bei der Testamentsgestaltung viele Möglichkeiten. Er kann bestimmte Personen als Erben einsetzen, andere enterben, er kann auch Einzelgegenstände des Nachlasses bestimmten Personen zuweisen, ein sog. Vermächtnis. Der Erblasser kann auch Auflagen für bestimmte Erben bestimmen oder im Rahmen einer Teilungsanordnung die Aufteilung des Nachlasses unter den Erben festlegen. Zudem kann ein Testamentsvollstrecker bestimmt werden. Wenn die Voraussetzungen hierzu vorliegen, kann auch eine Pflichtteilsentziehung oder Pflichtteilsbeschränkung bestimmt werden. Eine umfassende Beratung zum Testament durch einen Notar oder Rechtsanwalt, der Fachanwalt für Erbrecht sein sollte, ist bei der inhaltlichen Gestaltung unerlässlich, um die eigenen Vorstellungen entsprechend umzusetzen.  

In formeller Hinsicht kennt unser Gesetz zwei Möglichkeiten, ein Testament ordnungsgemäß zu errichten. Beim öffentlichen Testament teilt der Erblasser seinen letzten Willen einem Notar mit, der die Regelungen in die entsprechende Form bringt. Danach unterschreibt der Erblasser das Testament, welches der Notar beurkundet hat. Der Notar gibt das Testament dann in die amtliche Verwahrung des Nachlassgerichtes. 

Aber auch ohne notarielle Beurkundung kann ein Testament wirksam werden. Hierzu setzt der Erblasser selbst handschriftlich das Testament auf und unterschreibt dieses dann möglichst mit Datum und Ortsangabe. Damit ein Testament im Todesfall auffindbar ist, empfiehlt sich auch beim handschriftlichen Testament eine amtliche Verwahrung. 

Das gemeinschaftliche Testament

Grundsätzlich kann ein Testament nur durch eine Person errichtet werden. Für Eheleute und Lebenspartner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft gibt es allerdings eine Formerleichterung. Hier kann ein gemeinschaftliches Testament errichtet werden. Wenn ein gemeinschaftliches Testament privatschriftlich errichtet wird, ist es ausreichend, dass einer der Ehepartner das Testament eigenhändig niederlegt und beide Ehegatten unterzeichnen. In einem solchen gegenseitigen Testament können sich die Eheleute wechselseitig zu Alleinerben einsetzen und darüber hinaus auch wechselbezügliche Verfügungen für den jeweils anderen Ehepartner treffen. Solche gemeinschaftlichen Testamente sind nur zu Lebzeiten beider Ehegatten widerruflich. Gerade unter Ehegatten sollte das Testament aber mit einem Notar oder Anwalt, der Fachanwalt für Erbrecht sein sollte, gestaltet werden, um auch komplexere Rechtsfragen erfassen zu können. 

Ein spezielles Testament für Eheleute: Das Berliner Testament

Das Berliner Testament ist ein spezielles gemeinschaftliches Testament unter Ehegatten. Es handelt sich um ein gegenseitiges Testament, wobei die Ehegatten bestimmen, dass nach dem Tode des Erstverstorbenen zunächst der länger lebende Ehegatte erbt und dass nach diesem der Nachlass an bestimmte Dritte fallen soll. Dies sind dann meist die Kinder der Ehegatten. Regelmäßig wird der Pflichtteil am Erbe für ein Kind bei einem Berliner Testament relevant, denn nach dem Erstverstorbenen ist dieses Kind enterbt. In der Regel verzichtet das Kind aber beim Tod des Erstverstorbenen auf seinen Pflichtteil, um nach dem Tode des länger lebenden Ehegatten das gesamte Vermögen zu erhalten. Das Berliner Testament hebt den Pflichtteil aber nicht auf, es enthält vielmehr in der Regel Bestimmungen, die dazu führen sollen, dass der Pflichtteilsberechtigte von sich aus den Anspruch nicht geltend macht. Sie sollten sich zu einem Berliner Testament von einem Anwalt, der Fachanwalt für Erbrecht ist, beraten lassen. Er kann Ihnen auch Sonderformen vorstellen, wie das Berliner Testament ohne Kinder. Außerdem erfahren Sie von einem Fachanwalt oder einem Notar mehr zu den Details beim Berliner Testament und zu den Kosten hierfür. 

Der Pflichtteilsanspruch

Bestimmte Personen stehen in einem solchen familiären Näheverhältnis zum Erblasser, dass sie auch dann, wenn der Erblasser sie enterbt hat, einen Pflichtteilsanspruch haben. Dieser beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbanspruchs. Lesen Sie mehr zum Pflichtteil hier. Es ist empfehlenswert, zu den damit verbundenen Regelungen im Testament beim Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht eine umfassende Beratung in Anspruch zu nehmen. 

Jan Thomas Ockershausen, Fachanwalt für Erbrecht

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