Pflichtteil

Bestimmte Personen, die in einem Näheverhältnis zum Erblasser stehen, haben einen Anspruch gegen den Nachlass, auch wenn sie enterbt sind.

Die berechtigten Personen sind die Eltern des Erblassers, die Kinder des Erblassers (wenn diese nicht mehr leben, deren Kinder) und die Ehegatten.

Die Höhe des Pflichtteils beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wäre also ein Kind des Erblassers zu 1/2 als Erbe berufen, so würde sich der Pflichtteil auf 1/4 belaufen.

Um die Höhe des Pflichtteils zu berechnen, steht dem Pflichtteilsberechtigten ein Auskunftsanspruch sowie ein Wertermittlungsanspruch zur Seite (Näheres siehe dort).

Der Pflichtteil fällt nicht automatisch an, sondern er muss gegenüber dem Erben geltend gemacht werden. Es empfiehlt sich, hierzu anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der Pflichtteilsanspruch verjährt in 3 Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt am Schluss des Jahres, in dem der Pflichtteilsberechtigte vom Anspruch Kenntnis erhalten hat. Die Verjährung wird nicht durch eine außergerichtliche Geltendmachung unterbrochen, sondern nur durch die Vorlage einer Klage bei Gericht. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht nur der Auskunfts- und Wertermittlungsanspruch, sondern auch der Pflichtteilsanspruch an sich im Wege der Stufenklage geltend gemacht wird.

Jan Thomas Ockershausen, Fachanwalt für Erbrecht

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