Erbengemeinschaft

Wenn mehrere Personen entweder durch gesetzliche Erbfolge oder durch Testament zu Erben berufen sind, spricht man von einer Erbengemeinschaft.

 

Die Erbengemeinschaft ist juristisch eine Gemeinschaft zur gesamten Hand, das bedeutet, sie muss sämtliche Pflichten gesamtschuldnerisch erfüllen und sämtliche Rechte als Gesamtgläubiger wahrnehmen. Verfügungen über den Nachlass kann eine Erbengemeinschaft nur gemeinschaftlich treffen und zwar unabhängig von der Erbquote.

Wenn z. B. drei Personen zu jeweils 1/3 als Erben berufen sind und der Nachlass aus einem Bankguthaben in Höhe von 30.000,00 Euro besteht, dann kann nicht einer der Erben die Auszahlung von 10.000,00 Euro verlangen. Nur alle drei Erben können gemeinschaftlich über den Gesamtbetrag verfügen.

Gefährlich werden kann dies bei Grundstücken oder Aktienvermögen, da ein Miterbe – unabhängig von der Höhe seines Erbanteils – jegliche Verfügung blockieren kann.

Es empfiehlt sich daher, eine Erbengemeinschaft schnellstmöglich auseinanderzusetzen (siehe Erbauseinandersetzung). Bei der Errichtung eines Testamentes sollte man zukünftige Konflikte erahnen und diesen durch bestimmte Regelungen (Vermächtnisse, Teilungsanordnungen, siehe dort) entgegentreten.

Jan Thomas Ockershausen, Fachanwalt für Erbrecht

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